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Durch das Jahressteuergesetz 2022 (BStBl. I 2023 S. 2294) wurde der Nullsteuersatz für Umsätze im Zusammenhang mit bestimmten Photovoltaikanlagen (§ 12 Abs. 3 UStG) eingeführt. Mit dieser Maßnahme wurden bürokratische Hürden bei der Installation und dem Betrieb von Photovoltaikanlagen abgebaut.
Am 26.01.2023 hat das BMF den Entwurf eines Anwendungsschreibens zum Nullsteuersatz veröffentlicht.

Zum Entwurf

Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder hat das BMF mit Schreiben vom 26.01.2023 (IV C 2 - S 2706/19/10008 :001 [2023/0091036]) die zeitliche Übergangsregelung des BMF-Schreibens vom 15.12.2021 ((BStBl. I 2021 S. 2483) für juristische Personen des öffentlichen Rechts bis zum 31.12.2024 verlängert. Diese Verlängerung gilt allerdings nur, wenn die Norm des § 2b UStG für die juristische Person des öffentlichen Rechts noch keine Anwendung findet und für den betreffenden Verpachtungs-BgA bereits bis zum 31.12.2022 von der bisherigen Übergangregelung des BMF-Schreibens vom 15.12.2021 (a.a.O.) Gebrauch gemacht wurde.

Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.

BMF-Schreiben vom 26.01.2023

Mit Urteil vom 18.08.2022 (V R 49/19) hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem steuerrechtlichen Konkurrentenstreitverfahren entschieden, dass entgeltliche Dienstleistungen einer als gemeinnützig anerkannten Beschäftigungsgesellschaft nur dann einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb begründen, wenn die ihren Auftraggebern erbrachten Leistungen das ausschließliche Ergebnis der Arbeitstherapie und somit notwendige Folge der Erfüllung ihres gemeinnützigen Zwecks sind.

Im zweiten Rechtsgang wird das FG erneut über die Zweckbetriebseigenschaft der Wäscherei zu entscheiden haben. Nach Auffassung des BFH ist für die Annahme eines Zweckbetriebs vor allem maßgebend, dass die Dienstleistungen das ausschließliche Ergebnis der Arbeitstherapie und somit notwendige Folge der Erfüllung des gemeinnützigen Zwecks sind. Dies schließt es zwar nicht aus, dass die Beschäftigungsgesellschaft auch nicht förderungsbedürftige Mitarbeiter einsetzt; dies gilt jedoch nur, wenn und soweit dieser Einsatz zum Erreichen des steuerbegünstigten Zwecks auch unbedingt notwendig ist. Darüber hinaus kommt es darauf an, ob der Wettbewerb mit anderen (steuerpflichtigen) Betrieben, die vergleichbare Lohnaufträge ausführen oder ausführen wollen, für die Erfüllung des steuerbegünstigten Zwecks unvermeidbar ist. Die Feststellung der Unvermeidbarkeit erfordert eine Abwägung des FG zwischen dem Interesse der Allgemeinheit an einem intakten (steuerlich nicht beeinflussten) Wettbewerb einerseits und der steuerlichen Förderung gemeinnütziger Tätigkeiten andererseits.

BFH Pressemitteilung vom 26.01.2023 

BFH-Urteil vom 18.08.2022 – V R 49/19

Durch das Gesetz vom 20.12.2022 (BGBl. I 2022 S. 2730, wurde der § 138f Abs. 4 Satz 1 AO an die Vorgabe der Richtlinie (EU) 2021/514 des Rates vom 22.03.2021 zur Änderung der EU-Amtshilferichtlinie angepasst. Die Rn. 248 des BMF-Schreibens vom 29.03.2021, BStBl. I 2021 S. 582, zur Anwendung der Vorschriften zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen wird durch dieses BMF-Schreiben an die geänderte gesetzliche Regelung angepasst.

„Werden auch die individuellen Angaben des Nutzers der grenzüberschreitenden Steuergestaltung durch den Intermediär gemeldet, hat der mitteilende Intermediär den Nutzer darüber zu informieren, welche ihn betreffenden Angaben der Intermediär an das Bundeszentralamt für Steuern übermitteln wird (vgl. § 138f Abs. 4 Satz 1 AO).“

BMF-Schreiben vom 23.01.2023

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Zwischenurteil vom 19.10.2022 (X R 14/21) entschieden, dass eine Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten unwirksam ist, wenn der Zusteller nicht zuvor versucht, die Postsendung mit dem Schriftstück persönlich zu übergeben. Dies gilt auch während der Covid-19-Pandemie.

In dem nun vom BFH entschiedenen Fall hatte der Postzusteller die Sendung mit einem Gerichtsurteil an einem Samstag in den Briefkasten der von den Klägern bevollmächtigten Steuerberatungskanzlei eingelegt. Wäre dieser Samstag das Zustellungsdatum gewesen, wäre die von den Klägern eingelegte Revision zu spät erhoben worden. Die Beweisaufnahme des BFH hat ergeben, dass der Amtsleiter des Zustellers angewiesen hatte, während der Covid-19-Pandemie auf ein Klingeln beim Empfänger und den Versuch einer persönlichen Übergabe zu verzichten. Auf dieser Grundlage hat der BFH die Zustellung als unwirksam angesehen. Der damit gegebene Zustellungsmangel wurde erst am darauffolgenden Montag geheilt, als eine Mitarbeiterin des Steuerberaters den Kanzleibriefkasten geleert hat. Daher hatten die Kläger die Revisionsfrist gewahrt.

BFH-Pressemitteilung vom 12.01.2023 und BFH-Zwischenurteil vom 19.10.2022 – X R 14/21

Mit seinem Schreiben vom 11.01.2023 (III C 2 - S 7200/19/10004 :005 [2023/0008032]) hat das Bundesfinanzministerium sich zur Auslegung des BFH-Urteils vom 03.07.2014 (V R 1/14) sowie zur Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses geäußert und das BMF-Schreiben vom 11.02.2000 (BStBl. I 2000 S. 360) aufgehoben.

Zum BMF-Schreiben vom 11.01.2023

Erdgaslieferanten und Wärmeversorgungsunternehmen sowie Selbstversorger können ab sofort Vorauszahlungen für die mit der Gas- und Wärmepreisbremse eingeführten Entlastungen beantragen. Der Zugangslink zu dem Online-Antragsportal für Versorger sowie weitere wichtige Informationen zur Gas- und Wärmepreisbremse sind verfügbar unter: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/ewpbg.html.

Zur Pressemitteilung vom 09.01.2023

Mit Schreiben vom 30.12.2022 hat das BMF sein Schreiben vom 21.05.2019 in den Textziffern 31 und 33.11 geändert.

Zum BMF-Schreiben vom 30.12.2022 (IV C 1 - S 1980-1/19/10008 :027 [2022/1284847])

Mit Schreiben vom 02.01.2023 (III C 3 - S 7329/19/10001 :004 [2022/1290009]) hat das BMF die fortgeschriebene Übersicht für das Jahr 2022 über die gem. § 16 Abs. 6 Satz 1 UStG monatlich festgesetzten Umsatzsteuer-Umrechnungskurse bekannt gemacht.

Zur Übersicht

Am 30.12.2022 hat das BMJ einen Überblick über die wichtigsten Rechtsänderungen zum Jahreswechsel publiziert.

  1. Digitales Bundesgesetzblatt: das Bundesgesetzblatt wird seit dem 01.01.2023 nicht mehr auf Papier gedruckt, sondern digital veröffentlicht. Seit dem 01.01.2023 erscheint das Bundesgesetzblatt ausschließlich elektronisch. Ausgegeben wird es vom Bundesamt für Justiz auf der Internetplattform www.recht.bund.de.
  2. Neues Vormundschafts- und Betreuungsrecht: Das Vormundschafts- und Betreuungsrecht wurde reformiert. Im Mittelpunkt stehen mehr Selbstbestimmung und eine bessere Qualität in der rechtlichen Betreuung. Mehr
  3. Anhebung des Mindestunterhalts für Kinder: Zum 01.01.2023 erhöht sich der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder in allen Altersstufen. Mehr 
  4. Abschaffung des Güterrechtsregisters: Die Abschaffung der Güterrechtsregister zum 01.01.2023 wurde beschlossen, um die Amtsgerichte von überflüssigen Aktenbergen zu befreien. Da insgesamt nur noch ein sehr begrenztes Bedürfnis für die Weiterführung des Registers bestand, konnte es abgeschafft werden. Schutzlücken entstehen durch die Abschaffung des Registers nicht.

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